In den 50er- bis 80er Jahren wurden bis zu 10 Millionen Kinder zur Erholung in Kureinrichtungen geschickt. In der Bundesrepublik Deutschland wurden die Kinderkuren regelrecht beworben. Schulen, Gesundheitsämter, Krankenversicherungen und Ärzte „suggerierten“ den Eltern oftmals, dass sie ihrem Kind damit etwas Gutes tun. In diesem Glauben (ver)schickten Eltern ihre Kinder in Erholungskur – und bekamen nach drei oder sogar erst nach sechs Wochen, vielfach ein verängstigtes Nervenbündel und oftmals leider auch ein ganz verändertes Kind zurück.

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Frau Susanne Speck, gleichzeitig Landeskoordinatorin im Team Schleswig-Holstein, wurde 1965 ins Verschickungsheim in Uffing am Staffelsee (Oberbayern) verschickt. Dort hat sie furchtbare Erfahrungen gemacht.

Zitat: „An die Zugfahrt von Schleswig-Holstein in das Kinderkurheim in Uffing am Staffelsee in Oberbayern erinnert sich die 65-jährige Susanne Speck heute noch genau. 1965 brachten die Eltern die damals Fünfjährige zum Bahnhof. Dass sie in an diesem Tag alleine in einen Zug steigen und für sechs Wochen von ihren Eltern und Geschwistern getrennt sein würde, wusste sie nicht. „Mein Vater musste mich fast in den Zug schubsten, so sehr habe ich geweint und mich gewehrt“.

Im Dezember 2019 legte der Südwestrundfunk (SWR) eine empirische Studie vor, in der rund 1000 Erfahrungsberichte von 683 Frauen und 317 Männern ausgewertet wurden und in der rund 94 % der ehemaligen Kurkinder ihr Kurerlebnis als von Demütigung und Gewalt geprägt bewertet haben.[22][23][24]

Im Mai 2020 forderten die Jugend- und Familienminister der Länder den Bund auf, ein Forschungsprojekt zur Aufarbeitung der Schicksale der Verschickungskinder zu initiieren, um die Anzahl der Betroffenen und die institutionellen, strukturellen, individuellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen umfassend aufzuklären.[25][26] Einzelne Bundesländer wollen sich um eine Unterstützung der Geschädigten bemühen, beispielsweise durch niederschwellige therapeutische Hilfsangebote.[27][28] Im Januar 2022 veröffentlichte das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes Nordrhein-Westfalen eine Studie zur Vorbereitung der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Kinderverschickung.[29]

Die Bestrebungen, eine Aufarbeitung auch für bestimmte Einrichtungen zu erreichen, halten an.[30] Das betrifft auch Aufklärung und Hilfe aus psychotherapeutischer Sicht.[31] <Quelle Wikipedia<

Weiterführende Links:

Verschickungskinder – Wikipedia

Über uns – Initiative Verschickungskinder

verschickungskinder – Videos

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